Die Heidener CDU-Frauen luden zu ihrem traditionellen Sommersingen ein. Wegen der Coronavirus-Pandemie war zwar alles etwas anders als sonst. DieAtmosphäre war aber diesmal eine ganz besondere – fast ein bisschen wie in der Arena von Verona.

„Geh ausmein Herz und suche Freud“, war nur eines der Lieder, die am Mittwochnachmittag vom Rondell vor dem Seniorenzentrum St. Josef erklangen. Nun ist das mit dem Ausgehen ja derzeit nicht jedermanns Sache. Im Haus geht Singen in diesen Tagen auch nicht. Also überlegten sich die Organisatorinnen der Frauen-Union Heiden, was zu machen sei, um ihr traditionelles Sommersingen trotz Corona auf die Beine zu stellen.

„Wir organisieren das Singen schon seit 30 Jahren, das ist wirklich eine Tradition. Viermal im Jahr kommen wir ins Seniorenzentrum St. Josef, um mit den Bewohnern zu singen“, erklärte Berta Hendriks vom Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes, die das Singen auch in diesem Jahr wieder organisiert hatte. Diesmal sei es allerdings eine Herausforderung gewesen.

Im Haus zu singen, ging nicht, dafür aber auf dem Rondell vor dem Haus. „In Coronazeiten ist alles etwas schwieriger, aber das lädt zum Um- und Nachdenken ein und dazu kreativ zu sein“, meinte Hendriks. Natürlich war die Veranstaltung mit dem Ordnungsamtabgesprochen und die Sicherheitsmaßnahmen wurden eingehalten. „Wir haben Lieder ausgesucht, die zur Jahreszeit passen und die die älteren Leute gern mitsingen“, so Berta Hendriks weiter.

 

So geschah es dann auch, und die Atmosphäre erinnerte mit einer Portion Fantasie ein wenig an die Arena von Verona – nur eben ein bisschen kleiner, nur einbisschen zarter. Keine große Oper, aber wunderschöne Lieder, die vom Instrumentalkreis hervorragend begleitet wurden.

Und wie in Verona saßen die Sänger und Musikanten unten auf dem Rondell und die Zuhörer und Mitsinger auf den Balkonen bis unters Dach. Und sie sparten nicht mit Beifall für die Akteure unten.

„Das ist für unsere Bewohner eine ganz wertvolle Unterbrechung ihres Alltags. Sie freuen sich sehr darauf, auch wenn das Singen diesmal nicht im Haus stattfinden kann. Die Frauen, die den Nachmittag organisieren, erfahren viel Wertschätzung. Was die auf die Beine stellen, ist einfach ein großer Schatz für uns“, lobte Kristina Funke-Stienert vom Betreuungsteam des Hauses St. Josef.
 


Foto: Privat




Quelle: Borkener Zeitung, Donnerstag, 18. Juni 2020 - 19:30 Uhr

von Hubert Gehling

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