HeidenSpaßbad öffnet spätestens Ende Juni

Entscheidung im Haupt- und Finanzausschuss gefallen

Spätestens am 27. Juni soll in Heiden die Freibadsaison beginnen. Die Entscheidung fiel mit Gegenstimmen der SPD in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Die Verwaltung bereitet nun die Umsetzung des Hygienekonzepts vor.
 
Es sei eine „verdammt schwere Entscheidung“ gewesen, sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Benson am Dienstag in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.
Am Ende der Sitzung ist sie mit zehn Ja- und zwei Gegenstimmen der SPD aber gefallen: Das Heiden-Spaßbad wird öffnen.
 
 

Wie die BZ berichtete, hatten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses die Entscheidung über eine Öffnung des Bades unter Corona-Schutzbedingungen in ihrer Sitzung vor zwei Wochen vertagt. Die Verwaltung müsse erst konkretere Informationen zum Hygienekonzept und den finanziellen Auswirkungen liefern, hatten CDU und UWG gefordert. Mittlerweile sei die Situation eine andere, sagte Patrick Voßkamp (CDU) in der Sitzung am Dienstag. Die Verwaltung hatte zahlreiche von der CDU gestellten Fragen schriftlich beantwortet. „Mittlerweile glauben wir, dass eine Realisierung mit dem Hygienekonzept machbar ist“, so Voßkamp. Aufgrund des vom Bund angekündigten Konjunkturpakets mache man sich auch über die finanziellen Auswirkungen nicht mehr so große Sorgen. Eine Forderung der CDU: Für Frühschwimmer solle das Bad eher als 9 Uhr geöffnet werden.

 
Das geplante Eintrittskartensystem mit Online-Reservierungen kritisierten Michael Theisen (UWG) und das fraktionslose Ausschussmitglied Friedhelm Ashoff. Viele langjährige Stammgäste hätten keinen Bezug zum Internet, so Ashoff. „Die dürfen wir nicht ausgrenzen.“ Das Bad solle vornehmlich Besuchern aus dem Ort zur Verfügung stehen, ergänzte Theisen. „Es kann nicht sein, dass Heidener in die Röhre gucken, weil andere schneller mit ihrer Buchung waren.“ Beide wünschten sich eine Alternative zur Online-Reservierung. Auch Schwimmzeiten für DLRG und Feuerwehr sowie den Kioskbetreiber mit ins Boot zu holen, wurden angeregt.
 
 
Die SPD blieb bei ihren grundsätzlichen Bedenken im Hinblick auf gesundheitliche Risiken. „Ich habe meine Meinung in den vergangenen zwei Wochen nicht geändert“, sagte Thomas Wehner.
 
Die Verwaltung werde nun die Einzelheiten ausarbeiten, kündigte Bürgermeister Hans-Jürgen Benson an. „Spätestens zum 27. Juni wird das Bad öffnen“, so der Verwaltungschef. Bis dahin müssen noch einige Vorbereitungen getroffen werden. Unter anderem sollen Abstandsmarkierungen angebracht und vier mobile Umkleiden errichtet werden, da sämtliche geschlossenen Räume, also Sanitäranlagen und Umkleiden, geschlossen bleiben. Toiletten und Duschen stehen laut Hygienekonzept der Gemeinde im Außenbereich zur Verfügung.
 
Das Konzept sieht außerdem unter anderem eine begrenzte Anzahl von Gästen, Listen zur Kontaktnachverfolgung im Falle einer Infektion, Abstandsregelungen und regelmäßiges Desinfizieren vor. Das Bad soll über den Tag verteilt immer stundenweise öffnen und in den Pausen gereinigt werden. Wellenbetrieb im Wellenbecken wird es nicht geben.
 
 
Zunächst einmal in der Woche soll für Frühschwimmer um 7 Uhr geöffnet werden, sagte der Bürgermeister zu. Der Förderverein habe bereits Hilfe angeboten, um eine Alternative zur Onlinebuchung von Schwimmzeiten anzubieten. „Alles weitere, wie etwa die für uns passende maximale Zahl an Besuchern, müssen wir ausprobieren“, so Benson. „Das ist für uns alle neu, das muss sich einpendeln.“ Wichtig sei, flexibel zu bleiben und auf Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie immer wieder neu zu reagieren.

Quelle: Borkener Zeitung, 10. Juni 2020, Gabi Kowalczik

Inhaltsverzeichnis
Nach oben