Entscheidung vertagt!

Viele Fragen zur Öffnung des HeidenSpassBades

Die Entscheidung über die Öffnung des HeidenSpaßBades wurde im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) am 27. Mai einstimmig vertagt. Zu viele Fragen sind noch offen: von den Kosten bis zu den Hygieneregelungen. Bis zum 9. Juni soll die Verwaltung alle offenen Fragen klären. Dann trifft sich der HFA auf Vorschlag der CDU erneut, um eine endgültige Entscheidung zu treffen. In Teilen schlug die Diskussion hohe Wellen🌊. Am Ende dann Einigkeit: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit. 

Hier die Wortmeldung von Patrick Voßkamp zur Badöffnung: 

„Gestern war ich im Bad, um vor Ort zu schauen, wie die Öffnung unseres HeidenSpaßBades aussehen kann. Wäre am liebsten direkt ins Wasser gesprungen: Die Sonne schien, der Himmel blau, alles ist sauber und scheint nur noch auf das Okay vom Haupt- und Finanzausschuss zu warten.

 

Um es vorweg zu nehmen: Ich fände es sehr schön, wenn wir das Bad öffnen könnten. Es fallen alle Veranstaltungen aus, viele Menschen werden in den Sommerferien nicht verreisen. Da wäre ein Highlight wie unser HeidenSpaßBad ein sehr schönes und positives Signal. 

 

 

 

 Um dieses Signal geben zu können, brauchen wir als Politiker aber eindeutige Informationen aus der Verwaltung. Wir hatten uns erhofft, dass wir eindeutige Zahlen zu den Kosten der Bad-Öffnung in Corona-Zeiten erhalten und eindeutige Informationen zu den Hygienestandards an die Hand bekommen, um in die Materie eintauchen zu können. Was wir stattdessen bekommen haben, ist eine Bauchlandung. 

  • Letzte Woche Montag rief der Bürgermeister an: Das Bad kann nicht geöffnet werden. Zu teuer, zu unsicher.
  • Letzte Woche Dienstag, keine 24 Stunden später, dann die Kehrtwende: Wir könnten eventuell während der Sommerferien öffnen. 
  • Telefonisch haben wir uns dann darauf verständigt, dass die Diskussion über die Öffnung hier im Ausschuss geführt werden soll.
  • Wieder 24 Stunden später, wieder ein Anruf: Eigentlich könnte die Verwaltung auch alleine entscheiden, ob das Bad geöffnet wird oder nicht. 

 

Samstag dann ein Bericht in der BZ, der signalisierte, dass das Bad der Kinder wegen öffnen wird. Leider fehlte in dem Bericht,

  • dass unklar ist, ob der Kinderbereich öffnen kann,
  • dass Kinder nicht werden rutschen dürfen,
  • dass das Plantschen und Bällewerfen nicht erlaubt ist,
  • dass das Wellenbad keine Wellen produzieren wird,
  • dass die Startblöcke gesperrt werden,
  • dass man sich an die Einbahnstraßenregelung zu halten hat, etc.
  • Es fehlt also, dass es nicht viel Spaß machen wird, das HeidenSpaßBad in Corona-Zeiten zu besuchen. Es wird ein sehr diszipliniertes Vergnügen sein. 

 

Vorgestern um 11 Uhr erhalten wir dann Zahlen über die Kosten der Bad-Öffnung unter Corona-Bedingungen. Unser Kämmerer kommt zu der folgenden Aussage: „Somit belaufen sich die zusätzlichen Kosten im Vergleich zu einer Vollsaison auf mindestens 50.000 Euro.“ Hinzu kommen noch Personalkosten aufgrund des Hygienekonzeptes. Diese konnten noch nicht beziffert werden.

 

Knapp fünf Stunden später erhalten die Fraktionsvorsitzenden eine Mail des Bürgermeisters. Seine Aussage: „Durch den Wegfall der Jahreskarten gehe ich von einem Ergebnis wie im Haushaltsplan vorgesehen aus.“ 

 

Kämmerer und Bürgermeister liegen also in ihren Einschätzungen mindestens um 50.000 Euro auseinander. 

 

Nochmal: Wir möchten den Heidenern gerne ein Bad einlassen. Aber mit einer solchen Vorarbeit gehen wir baden. Das geht so nicht.

 

Folgende Fragen haben wir:

  • Wie sieht das auf unser Bad zugeschnittene Hygienekonzept aus?
  • Wie teuer ist das Online-Buchungssystem, das in der Sitzungsvorlage erwähnt wird? 
  • Kann das Online-Buchungssystem auch in den nächsten Jahren genutzt werden?
  • Können Tickets auch im Bürgerbüro gekauft werden?
  • Was kostet die Errichtung der mobilen Umkleiden?
  • Wo können Wertgegenstände während des Schwimmens deponiert werden?
  • Kann das Kinderplanschbecken öffnen?
  • Reicht die Kapazität der sanitären Anlagen oder müssen hier bspw. Dixi-Klos organisiert werden?
  • Wie wird sichergestellt, dass nicht mehr Menschen als erlaubt ins Wasser gehen?
  • Gibt es unterschiedliche Tempozonen im Bad: Also Bahnen für schnellere und für langsamere Schwimmer?
  • Falls das Wellenbecken als reines Schwimmbecken genutzt wird: Wie stellt man sicher, dass dort Bahnen geschwommen werden? Keine Markierung vorhanden.
  • Wie wird kontrolliert, dass Badbesucher nach den online gebuchten Zeiten tatsächlich das Bad verlassen?
  • Welches Schichtsystem lag welchen Berechnungen zugrunde: Ein Zwei-Schicht- oder ein Drei-Schicht-Betrieb?
  • Wie steht es um das zusätzlich benötigte Personal: Ist das zu bekommen?
  • Besteht eine Möglichkeit, der DLRG und der Feuerwehr Zeitslots zukommen zu lassen, damit deren Mitglieder trainieren können?

 

Nochmal: Wir wollen dem Spaßbad nicht den Stöpsel ziehen. Aber dazu brauchen wir belastbare Informationen. Und diese Informationen benötigen auch die Besucherinnen und Besucher. Sie müssen genau wissen, was auf sie zukommen wird, wenn sie unser Bad besuchen. Daher beantragen wir, dass die Zahlen in der Verwaltung abgeglichen und unsere Fragen beantwortet werden. 

 

Wir schlagen vor, dass die finanziellen und die weiteren Fragen in Ruhe geklärt werden und wir uns dann in einer Woche erneut treffen. Dann können wir hoffentlich mit eindeutigen Informationen und einem guten Bauchgefühl die Öffnung des Bades beschließen und müssten nicht im Trüben fischen. Durch die gewonnene Zeit können wir auch die Erfahrungen der anderen Kommunen in der Nachbarschaft berücksichtigen. Einer Öffnung des Bades steht bei einer Vertagung der Entscheidung pünktlich zum Ferienbeginn daher nichts im Wege.“

 

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