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08.06.2019, 17:10 Uhr
„Landwirtschaft ist unverzichtbar“
Podiumsdiskussion zum Thema „Natur und Landwirtschaft“
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Dass Landwirte etwas Positives für die Gesellschaft tun, werde zu wenig wahrgenommen. Diesen Standpunkt vertritt die NRW-Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Ursula Heinen-Esser (CDU). Sie war am Dienstag Ehrengast bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Natur und Landwirtschaft im Einklang – Das geht uns alle an“.
Eingeladen hatte dazu der CDU-Gemeindeverband Heiden. Weitere Gäste in der Gaststätte Dunckhöfner waren Landrat Dr. Kai Zwicker, Ludger Schulze Beiering, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken und Junglandwirt Thomas Tembrink. Raimund Stroick moderierte das Gespräch.

Heinen-Esser hat sich auf die Fahne geschrieben, Umweltschutz und Landwirtschaft unter einen Hut zu bekommen. „Landwirtschaft ist unverzichtbar“, pflichtete ihr Dr. Kai Zwicker bei. Die Themen, die angerissen wurden, waren das Artensterben, erneuerbare Energien und das Tierwohl. Die rund 100 Besucher hatten die Möglichkeit, an der Diskussion teilzunehmen.

Artensterben/Pflanzenschutzmittel: Als Ursachen für das Artensterben nannte Heinen-Esser zum einen die Landwirtschaft, zum anderen auch den Siedlungsbau. „Insekten sind eigentlich gut, nur können sie auch zu Schädlingen werden“, sagte Landwirt Thomas Tembrink und schnitt damit das Thema Pflanzenschutzmittel an. Schulze Beiering berichtete von bienenschädlichen Neonikotinoiden, die von der EU verboten wurden. Das Resultat: Lausbefall bei Zuckerrüben. „Wenn ich etwas verbiete, muss die Alternative besser sein für Umwelt und Landwirtschaft“, so Heinen-Esser. In diesem Fall gebe es aber keine Alternative. Es werde schon weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt und behutsamer damit umgegangen, so Tembrink.

Dr. Kai Zwicker bezeichnete es als „unfair“, dass die Landwirtschaft verantwortlich gemacht werde. Ihr werde unter anderem vorgeworfen, Pflanzenschutzmittel zu verwenden. Auf der anderen Seite würden Verbraucher und Händler tadellose Ware fordern, so Zwicker. Aus dem Publikum kam die Ergänzung, dass es deshalb der falsche Weg sei, Pflanzenschutzmittel zu verbieten.

Die Bauern seien am wenigsten daran interessiert, den Raum zu zerstören, in dem sie wirtschaften, meinte Zwicker.

„Windkraft holen wir uns besser aus der Nord- oder Ostsee“, so die Meinung von Ursula Heinen-Esser. Dafür gab es Gegenwind aus dem Publikum – und vom Podium. Der Landrat erklärte, dass der Kreis Borken mit einer vergleichsweise hohen Anzahl an Biogas-Anlagen, Windkrafträdern und drei Überlandleitungen in Sachen erneuerbare Energien punkten könne. „Heiden erzeugt 64,5 Prozent seines benötigten Stroms auf Gemeindeflächen. Eine selbsternannte Klima-Hauptstadt wie Münster kommt nicht mal auf zehn Prozent“, erklärte er.

Schulze Beiering befürwortete, dass auf vielen Flächen Mais für Biogas-Anlagen angebaut werde. Trotzdem sollte die Produktion von Lebensmitteln im Fokus stehen.

Tierwohl: „Wäre es besser, wenn wir weniger Fleisch essen?“, fragte Moderator Raimund Stroick. „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“, so Zwickers Meinung. Veganismus bezeichnete er als einen „Hype, der gar nicht geht. Stichwort: Palmöl“. Für die Herstellung des Öls werden Teile des Regenwaldes abgeholzt. In Sachen Tierwohl zeigte er sich überzeugt: „Der bäuerliche Nachwuchs hat die Antennen am Puls der Zeit.“ Er machte deutlich, dass vom Kreis aus regelmäßige Kontrollen stattfinden. „Es gibt keine Bevölkerungsgruppe, mit der wir so viel zu tun haben, wie mit den Landwirten“, so Zwicker.

Was das „Tierwohl“-Label angeht, zeigte sich Heinen-Esser skeptisch: „Man sollte vorsichtig sein mit dem, was Verbraucher wollen, und was sie tun“, sagte sie. Die Menschen müssten bereit sein, mehr Geld für landwirtschaftliche Produkte auszugeben. Die Bauern seien gezwungen, größere Tierbestände zu haben, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Die Lösung könne nicht sein, die Bestände zu verkleinern. „Die Verbraucher wollen nicht mehr bezahlen. Da müssen die Landwirte andere Wege gehen“, so Heinen-Esser.

Schulze Beiering hält es für bedenklich, dass „Menschen Medikamente in sich reinschmeißen, es aber nicht gut finden, wenn wir ein Tier behandeln. Den Widerspruch verstehen wir nicht.“

Quelle: J. Beckschulte, Borkener Zeitung, 6.6.2019

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